Im November 2012 war das Theater im Polygon erneut mit dem Rollmops-Programm an einer Schule im Remstal unterwegs. Diesmal wurden Szenen aus dem Alltag eines Rollstuhlfahrers und einer jungen Frau, die eine Gehhilfe benutzt, vorgetragen. Die beiden waren auch selbst anwesend.

Im Anschluss hatten die Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dadurch, dass den Schülern von Anfang an gesagt wurde, dass sie jede Frage stellen dürfen und ihnen nichts unangenehm sein muss, entstanden rege Diskussionen über die Intoleranz, mit der behinderten Menschen im Alltag teilweise immer noch begegnet wird. Einige Jugendliche erzählten selbst von ihren Erfahrungen. Viele zeigten sich auch sehr interessiert an diversen Theaterprojekten und manche haben schon Kontakt zu uns aufgenommen.

Die Veranstaltung beinhaltete auch den Rolliparcours. Hierbei handelt es sich um einige Hindernisse, die beispielsweise in einer Sporthalle aufgestellt werden und die den Barrieren ähneln, welche Rollstuhlfahrer im Alltag auf der Straße überwinden müssen (Absätze, Treppen etc.).
Die Jugendlichen werden abwechselnd durch den Parcours geschoben und müssen selbst jemanden schieben. So wird ihnen deutlich, wie viel Vertrauen ein Rollstuhlfahrer aufbringen muss, denn er ist der Person, die ihn schiebt, völlig ausgeliefert. Ebenso wird ihnen bewusst, wie viel Verantwortung man trägt, wenn man wiederum einen Rollstuhlfahrer beispielsweise eine steile Treppe hinunterschiebt.
Hat man den Parcours auf beide Arten durchlaufen, so bekommt man den Rolliführerschein. Erfahrungsgemäß haben Jugendliche bei dieser Aktion viel Spaß und nehmen sehr viel mit, da sie selbst einmal die Perspektive eines Menschen, der im Rollstuhl sitzt, erleben.